Schauspieler im Portrait

Das Schöne an der Fotografie ist die abwechslungsreiche Tätigkeit. Man hört von vielen schönen, unterschiedlichen Geschichten, die nicht immer ein Happy End haben und man lernt die Menschen kennen, die hinter ihnen stehen. Neulich kam es zu der Zusammenarbeit mit dem Leipziger Schauspieler Karsten Rybandt, ein intuitiver Schauspieler mit Intelligenz, Charme und viel Energie. Er improvisiert gerne und stellt sich schnell auf bestimmte Situationen ein. Mechanische Schaupielerei ist nicht sein Ding.

Ich habe diese Gelegenheit genutzt und ihm zusätzlich ein paar Fragen gestellt. 

Wie bist du zu den Rollen gekommen, die du spielst?

Schon als Kind habe ich versucht in einem gewissen Grad Filmsituationen nachzuspielen, diese Emotionalität und den Charakter zu verstehen, nach zu empfinden und nach zu spielen.. so kam ich zu diesen Rollen. Dabei habe ich überlegt, was ich hätte ändern können. Was hat mir gefallen, was hat mir nicht gefallen?

Was muss dann eine Rolle haben, damit sie attraktiv für dich ist? Warum spielst du Horrorszenearien?

Es kommt auf die Geschichte an. Ist sie gut geschrieben? Ist die Rolle genügend beleuchtet? Es kommt darauf an welche Macht die Rolle hat. Vielleicht liegt es an der Verlockung der Ewigkeit, der Macht, die ich in Wirklichkeit nicht haben kann. Es ist spannend und interessant zugleich die Rolle mal zu durchleben. Die Macht, die Aggression, die übermächtige Aggression, auszuleben. Die Taktik anzuwenden, selbst immer überlegen zu sein, immer der Anführer zu sein, der mutig ist und sich nicht versteckt. Es kann aber auch ein bewegter Mensch sein, der jemanden liebt… darin kann ich mich auch sehen. Ebenso könnte ich mich in einer Komödie wieder finden. Ich denke aber als Komödiant bin ich dann doch wieder zu ernst. Gefällt mir der Charakter nicht, dann nehme ich die Rolle nicht an.

Wie wichtig ist dir die Wirkung auf andere?

Sehr wichtig. Man muss mich ja auch in der Rolle annehmen können.

Warum liegt dir das Theater nicht?

Im Theater werden die Szenen tausendmal geprobt. Du übertreibst deine Aussagen, deine Körpersprache und bist übermäßig laut. Im realen Leben würde man sich todlachen. Ebenso kann ich auf mein Gegenüber nicht reagieren. Ich finde das nicht gut. Meine Arbeitsweise ist eine andere. Ich reagiere instinktiv auf einen Charakter und zum Teil verändere ich etwas. Dies tue ich aus dem Gefühl heraus. Ich mache es einfach, weil mein Gefühl es mir sagt. Ich möchte so authentische wie möglich rüber kommen. Das tut dem Film auch gut.

ICH BEDANKE MICH FÜR DAS GESPRÄCH UND DIE ABWECHSLUNGSREICHE ZEIT.

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